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Kameraobjektive

Ein Kameraobjektiv ist ein Tubus, der eine Reihe optischer Elemente enthält. Diese lassen das Licht durch und lenken es so in die Kamera, dass das Bild scharf auf den Film oder Bildsensor fällt. Die Bildqualität hängt stärker vom Objektiv als von der Kamera ab. Die Objektive von Kompaktkameras lassen sich nicht wechseln, ebenso wenig die mancher günstiger Kameras. Die Objektive von Spiegelreflexkameras (SLR), mancher einäugiger Kameras ohne Spiegel (Contax-Serie) und zweiäugiger Kameras ohne Spiegel (Mamiya-Serie) sind dagegen austauschbar. Professionelle Fotografen besitzen meist mehrere Objektive mit unterschiedlichen Brennweiten und setzen je nach Motiv eines davon an die Kamera. Bei einer Digitalkamera gelangt bei jedem Objektivwechsel etwas Staub ins Gehäuse und setzt sich auf dem Sensor ab. Mit der Zeit mindert das die Bildqualität, seien Sie beim Objektivwechsel also vorsichtig. Zudem passt nicht jedes Objektiv an jede Kamera: Die Steuerkontakte, die das Objektiv mit der Kameraelektronik verbinden, unterscheiden sich je nach Kamera und Modell, und auch das mechanische Objektivbajonett ist nicht überall gleich.
Leistung und Qualität eines Objektivs hängen von verschiedenen Faktoren ab, vor allem von seiner Brennweite und seiner Blendenzahl. Die Brennweite wird in Millimetern angegeben und kennzeichnet den Bildwinkel des Objektivs. Je kürzer die Brennweite, desto größer der Bildwinkel – oder in der Sprache der Fotografen: desto weitwinkliger das Objektiv. Je länger die Brennweite, desto enger der Bildwinkel. Manche Objektive haben eine feste Brennweite, andere eine variable; Objektive mit variabler Brennweite sind flexibler und erleichtern dem Fotografen die Bildgestaltung. Festbrennweiten liefern dagegen eine höhere Qualität.
Bei analogen Spiegelreflexkameras (Kleinbildkameras, 35 mm) ist das Filmformat festgelegt, daher ist auch das Verhältnis zwischen Brennweite und Bildwinkel fest. Bei Digitalkameras beeinflusst dagegen die Sensorgröße den Bildwinkel des Objektivs, und jeder Kameratyp hat seine eigene Sensorgröße. Der Bildwinkel eines Objektivs kann sich also je nach Kamera und Sensorgröße ändern, an der es montiert ist.
Die Wahl des Kameraobjektivs betrifft nicht nur Fotografen. Auch bei Industriekameras passiert alles Licht, das den Sensor erreicht, das Objektiv. Ist das Objektiv ungeeignet, liefert selbst eine hochauflösende Kamera kein gutes Bild. Prüfen Sie daher zuerst die Qualität des Objektivs und wählen Sie dann die Brennweite passend zum benötigten Bildwinkel und zur Schärfentiefe.
Das Sichtfeld jeder Kamera hängt von der Brennweite und der Sensorgröße ab. Für eine schnelle Auswahl nutzen Sie einen Brennweitenrechner. Weitere Antworten finden Sie in den Häufige Fragen bei Rasa Andischan. Der Wikipedia-Artikel zum Kameraobjektiv bietet weitere technische Details.